Zimmer XXVII · Der Zettelkasten

Die hundert Fragen

In den grossen Bibliotheken stand früher ein Möbel voller Wissen: der Zettelkasten. Dieses Haus hat ihm ein Zimmer gebaut. Hundert echte Fragen zur Fussgesundheit, wie Menschen sie wirklich stellen, geordnet in zehn Schubladen und ehrlich beantwortet, jede Karte mit den passenden Türen tiefer ins Haus. Ziehen Sie eine Schublade auf, oder fragen Sie die Suche.

100 Zettel · 10 Schubladen
Dazu liegt noch kein Zettel im Kasten. Fragen Sie den Majordomus, er nimmt jede Frage entgegen, oder rufen Sie das Haus an: 043 535 44 47.
I Die Nägel
I · Die Nägel · Zettel 1

Warum wächst mein Nagel ein?

Meist trifft ein zu rund geschnittener Nagelrand auf Druck von aussen: enge Schuhe, Schweiss, manchmal einfach Veranlagung. Der Rand bohrt sich in die weiche Haut, die sich wehrt und entzündet. Gerade schneiden hilft vorbeugen, und bei wiederkehrenden Verläufen richtet eine feine Korrekturspange den Nagel über Wochen sanft zurück in seine Bahn.

I · Die Nägel · Zettel 2

Was bedeutet ein dunkler Fleck unter dem Nagel?

Am häufigsten ist es ein Bluterguss nach Druck oder Stoss, etwa vom Wandern oder Joggen: Er wächst über Monate mit dem Nagel heraus. Wichtig ist die Gegenprobe: Ein dunkler Fleck, der nicht mitwächst, sich ausdehnt oder ohne erinnerlichen Anlass da ist, gehört zügig fachlich angeschaut.

I · Die Nägel · Zettel 3

Warum werden Nägel im Alter dicker?

Das Nagelwachstum verlangsamt sich, und Jahrzehnte von Druck, kleinen Verletzungen und manchmal ein alter Pilz verdichten die Platte. Mit Kraft und Haushaltsschere richtet man da wenig aus: In der Praxis wird der Nagel mit der Fräse schonend dünner geschliffen, bis er wieder in jeden Schuh passt.

I · Die Nägel · Zettel 4

Sind Rillen im Nagel schlimm?

Längsrillen sind fast immer harmlos, sie gehören zum Älterwerden wie feine Linien zur Haut. Aufmerksamkeit verdienen eher Querrillen: Sie erzählen von einer Wachstumspause, etwa nach Krankheit oder starkem Stress, und wachsen von selbst heraus.

I · Die Nägel · Zettel 5

Was sind die weissen Flecken im Nagel?

Entgegen der Grossmutter-Weisheit kein Kalkmangel: Es sind winzige Lufteinschlüsse in der Nagelplatte, meist nach kleinen Stössen an der Nagelwurzel. Sie wachsen einfach heraus und bedeuten nichts.

I · Die Nägel · Zettel 6

Darf ich bei Nagelpilz Nagellack tragen?

Deckender Lack ist ungünstig: Er versiegelt die feuchte Kammer, in der sich der Pilz wohlfühlt, und versteckt den Befund vor den Augen, die ihn beurteilen sollten. Es gibt medizinische Anti-Pilz-Lacke, doch zuerst gehört geklärt, ob es überhaupt ein Pilz ist, denn nicht jede Verfärbung ist einer.

I · Die Nägel · Zettel 7

Wie schneide ich Zehennägel richtig?

Gerade, nicht rund, und die Ecken nur sanft mit der Feile brechen, damit kein Sporn in der Tiefe zurückbleibt. Am leichtesten geht es nach Dusche oder Bad, wenn der Nagel weich ist. Wer schlecht hinkommt oder Blutverdünner nimmt, lässt es lieber fachliche Hände tun.

I · Die Nägel · Zettel 8

Warum splittern meine Nägel?

Häufigste Ursache ist Feuchtigkeit im Wechsel: viel Wasser, dann trockene Luft, dazu Alter und manchmal Nährstoffmangel. Kürzer feilen statt schneiden, Nagelöl und Handschuhe beim Putzen helfen der Platte, sich zu erholen.

I · Die Nägel · Zettel 9

Hilft Biotin wirklich für schöne Nägel?

Ehrlich: Die Studienlage ist dünn, bei ausgewogener Ernährung ist ein Mangel selten. Und ein Detail kennen wenige: Hochdosiertes Biotin kann Laborwerte verfälschen, etwa Schilddrüsen- und Herzwerte, weshalb man Blutentnahmen davon fernhalten sollte. Mehr bewirken meist Pflege und Geduld.

I · Die Nägel · Zettel 10

Wie schnell wächst ein Zehennagel?

Rund einen Millimeter im Monat, ein kompletter Grosszehennagel braucht für seine ganze Länge gut ein Jahr. Darum verlangt jede Nagelbehandlung Geduld: Was heute geschieht, sieht man erst in Wochen herauswachsen.

II Die Haut
II · Die Haut · Zettel 11

Warum bekomme ich immer wieder Hornhaut?

Hornhaut ist keine Nachlässigkeit, sondern eine Schutzantwort: Wo Druck oder Reibung wiederkehren, panzert sich die Haut. Abtragen lindert, doch dauerhaft hilft nur, die Ursache zu entlasten, meist steckt sie im Schuh oder in der Fussstellung.

II · Die Haut · Zettel 12

Darf ich Hornhaut selbst wegschneiden?

Bitte nicht mit Klinge oder Hobel: Zuhause fehlt der kontrollierte Schnitt, und aus einem Millimeter zu viel wird schnell eine Wunde, bei Diabetes kann das ernst werden. Sanftes Feilen nach dem Bad ist in Ordnung, alles Gründliche gehört in die Praxis, wo es zudem nicht wehtut.

II · Die Haut · Zettel 13

Was hilft wirklich gegen Schrunden?

Harnstoffhaltige Creme, regelmässig statt gelegentlich, dazu geschlossene Fersen statt offener Schlappen und das sanfte Glätten der Ränder. Tiefe, schmerzende oder blutende Risse gehören in fachliche Behandlung, denn sie sind Eintrittspforten für Keime.

II · Die Haut · Zettel 14

Warum riechen Füsse?

Schweiss selbst ist fast geruchlos. Erst Bakterien, die ihn in der warmen Enge des Schuhs zersetzen, erzeugen den Geruch. Die Lösung heisst darum nicht Parfüm, sondern Klima: täglich frische Socken, Schuhe im Wechsel und gut getrocknete Zehenzwischenräume.

II · Die Haut · Zettel 15

Hühnerauge oder Warze, wie unterscheide ich das?

Das Hühnerauge sitzt auf Druckstellen und hat einen glasigen Kern, der zentral in die Tiefe drückt. Die Warze ist ein Virenwerk, zeigt oft dunkle Pünktchen und schmerzt eher beim seitlichen Zusammendrücken. Die Verwechslung ist häufig, und die Behandlungen sind grundverschieden, darum lohnt der fachliche Blick.

II · Die Haut · Zettel 16

Warum jucken meine Füsse am Abend?

Am Abend weiten sich die Gefässe und die Haut wird wärmer, dann meldet sich trockene Haut mit Juckreiz. Häufige zweite Ursache ist ein beginnender Fusspilz, besonders wenn es zwischen den Zehen juckt. Bleibt das Jucken über Wochen, gehört es abgeklärt.

II · Die Haut · Zettel 17

Was mache ich mit einer Blase?

Das Blasendach ist der beste Verband, den es gibt: möglichst dranlassen, abpolstern, Druck wegnehmen. Grosse, pralle oder schmerzende Blasen sticht man nicht am Küchentisch auf, sondern lässt sie fachgerecht versorgen, offenes Blasenwasser zieht sonst Keime an.

II · Die Haut · Zettel 18

Ich creme täglich und habe trotzdem trockene Füsse, warum?

Vermutlich arbeitet die Creme gegen die falsche Ursache: Leichte Lotionen verdunsten, bevor sie wirken. Fusshaut braucht Harnstoff oder rückfettende Pflege, die Wasser in der Hornschicht bindet. Und manchmal steckt mehr dahinter, trockene Haut kann auch von Venen, Diabetes oder dem Alter erzählen.

II · Die Haut · Zettel 19

Schwitzen meine Füsse zu viel?

Nirgends am Körper sitzen die Schweissdrüsen so dicht wie an der Fusssohle, ein gewisses Mass ist also völlig normal. Stören darf es trotzdem nicht: Leder- oder Funktionsschuhe im Wechsel, Wollsocken und ein Hauch Puder verändern das Klima spürbar. Wenn Schweiss Alltag und Haut belastet, gibt es fachliche Wege.

II · Die Haut · Zettel 20

Woran erkenne ich Fusspilz?

Typisch sind Juckreiz, Rötung und feine Schuppung, am liebsten zwischen dem vierten und fünften Zeh, manchmal mit kleinen Rissen. Er verschwindet selten von allein und wandert gern weiter, auch auf die Nägel. Früh behandelt ist er ein kurzes Kapitel.

III Der Schmerz
III · Der Schmerz · Zettel 21

Warum sticht meine Ferse morgens beim ersten Schritt?

Über Nacht ruht der Fuss leicht gestreckt, die Sohlenplatte verkürzt sich ein wenig, und der erste Schritt dehnt sie schlagartig, das sticht. Sanftes Vordehnen von Zehen und Wade vor dem Aufstehen nimmt dem Morgen die Härte. Hält der Schmerz über Wochen an, gehört er in fachliche Hände.

III · Der Schmerz · Zettel 22

Warum schlafen meine Füsse ein?

Meist drückt schlicht die Sitzhaltung oder der Schuh auf Nerven und Gefässe, dann kribbelt es und vergeht. Aufmerken sollte man, wenn Füsse ohne erkennbaren Anlass immer wieder taub werden: Dann gehören Nerven und Durchblutung abgeklärt.

III · Der Schmerz · Zettel 23

Was ist ein Fersensporn?

Ein kleiner Kalkauswuchs am Fersenbein, den viele Menschen völlig schmerzfrei tragen. Weh tut meist nicht der Sporn selbst, sondern die gereizte Sehnenplatte darunter. Darum zielt die Behandlung auf Entlastung und Dehnung, nicht auf den Kalk.

III · Der Schmerz · Zettel 24

Warum brennen meine Fusssohlen?

Brennende Sohlen haben viele Absender: Überlastung, trockene Haut, drückende Einlagen, aber auch Nerven, die sich melden, etwa bei Diabetes oder Vitaminmangel. Gelegentliches Brennen nach langem Tag ist harmlos, wiederkehrendes Brennen in Ruhe gehört ärztlich angeschaut, das sagen wir Ihnen offen.

III · Der Schmerz · Zettel 25

Warum krampft meine Wade in der Nacht?

Nächtliche Krämpfe kennen rund ein Drittel der Menschen über 60. Im Moment hilft: aufstehen, Fuss flach aufsetzen, Zehen Richtung Nase ziehen. Und ehrlich gesagt: Magnesium schneidet in Studien enttäuschend ab. Häufige Krämpfe verdienen eine Abklärung der Ursachen.

III · Der Schmerz · Zettel 26

Mein Vorfuss schmerzt beim Abrollen, was ist das?

Der Ballen trägt beim Abrollen einen Grossteil des Gewichts, und wenn Polster, Schuhwerk oder Fussstellung nicht mitspielen, überlastet er. Oft helfen breitere Schuhe, Polsterung und das Abtragen von Hornhaut an den Druckpunkten. Bleibt der Schmerz, verdient die Fussstatik einen fachlichen Blick.

III · Der Schmerz · Zettel 27

Was ist ein Hallux valgus?

Die Schiefstellung des Grosszehs Richtung Nachbarzehen, mit dem bekannten Ballen an der Innenseite. Veranlagung legt den Grund, enges Schuhwerk beschleunigt. Schon im Mittelalter liess die Schnabelschuh-Mode die Zehen schief wachsen, das zeigen Skelettfunde. Früh begleitet lässt sich viel Beschwerde vermeiden.

III · Der Schmerz · Zettel 28

Hilft Barfussgehen gegen Fussschmerzen?

Dosiert ja: Barfussgehen auf sicherem Boden weckt die kleinen Fussmuskeln, die im Schuh wenig zu tun haben. Es ist Training, kein Heilmittel, und bei akuten Entzündungen oder Diabetes nicht das Richtige. Ein paar Minuten täglich sind ein guter Anfang.

III · Der Schmerz · Zettel 29

Wann gehört Fussschmerz zum Arzt statt zur Podologie?

Zügig ärztlich: Schmerz in Ruhe oder nachts, plötzliche einseitige Schwellung, Fieber dazu, ein kalter blasser Fuss, offene Stellen bei Diabetes. Für vieles andere ist die Podologie die richtige erste Adresse und sagt Ihnen ehrlich, wenn ein Fall weitergehört.

III · Der Schmerz · Zettel 30

Warum tut der grosse Zeh im Schuh weh?

Drei übliche Verdächtige: eine zu enge Zehenbox, ein Nagelrand, der auf die Haut drückt, oder ein beginnender Hallux, der am Leder reibt. Der Blick auf Schuhform und Nagelschnitt löst erstaunlich viele Fälle, den Rest klärt der Befund in der Praxis.

IV Die Kinderfüsse
IV · Die Kinderfüsse · Zettel 31

Wie schnell wachsen Kinderfüsse?

Kleinkinderfüsse wachsen rund einen Millimeter pro Monat, in Schüben auch schneller. Darum gehört die Schuhgrösse etwa alle zwei bis drei Monate geprüft, am zuverlässigsten mit einer Messschablone statt mit dem Daumendruck.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 32

Mein Kleinkind hat Plattfüsse, ist das schlimm?

Meist nein: Kleinkinder tragen ein Fettpolster unter dem Gewölbe, das erst mit den Jahren einer sichtbaren Wölbung Platz macht. Beobachtenswert wird es, wenn der Fuss schmerzt, stark einknickt oder sich die Form einseitig entwickelt, dann lieber früh fachlich anschauen lassen.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 33

Ab wann braucht ein Kind Schuhe?

Erst wenn es draussen läuft. Drinnen sind nackte Sohlen und rutschfeste Socken das beste Schuhwerk, denn der Fuss lernt am Boden, nicht im Schuh. Die ersten Schuhe dürfen leicht und biegsam sein, mit viel Platz vor den Zehen.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 34

Woran erkenne ich zu kleine Kinderschuhe?

Nicht am Kind: Kinder klagen selten, ihre Füsse sind erstaunlich schmerztolerant, und beim Daumendruck krallen sie die Zehen ein, sodass vorne Platz scheint, wo keiner ist. Verlässlich ist nur das Messen, mit Schablone und zwölf Millimetern Zugabe.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 35

Wie schneide ich Babynägel?

In den ersten Lebenswochen wächst wenig, oft reicht sanftes Feilen. Danach gilt wie bei den Grossen: gerade schneiden, am besten nach dem Bad, mit abgerundeter Babyschere. Und lieber öfter einen Hauch als selten viel.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 36

Mein Kind stolpert oft, muss ich mir Sorgen machen?

Stolpern gehört zum Laufenlernen, Koordination reift über Jahre. Prüfenswert sind zuerst die Schuhe, zu gross stolpert nämlich genauso wie zu klein. Fällt das Stolpern einseitig auf oder nimmt es zu, gehört das Gangbild fachlich angeschaut.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 37

Warzen beim Kind, behandeln oder abwarten?

Viele Warzen verabschieden sich bei Kindern innert Monaten von selbst, wenn das Immunsystem sie entdeckt. Behandeln lohnt sich, wenn sie schmerzen, sich vermehren oder an Druckstellen sitzen. In Bad und Garderobe schützen Badeschuhe die anderen Kinder.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 38

Warum wachsen bei Teenagern so oft Nägel ein?

Weil dort alles zusammenkommt: Wachstumsschübe, Schweiss, enge Sportschuhe und der Griff zur Schere, die Ecken rund schneidet. Früh kommen lohnt sich doppelt, denn jung behandelt bleibt es oft eine Episode statt ein Dauerthema.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 39

Socken oder barfuss zuhause im Winter?

Beides hat seinen Platz: Barfuss trainiert, warme Socken helfen beim Wohlfühlen und abends sogar beim Einschlafen, denn warme Füsse sind ein Schlafsignal. Auf glatten Böden gehören Kinder in rutschfeste Socken.

IV · Die Kinderfüsse · Zettel 40

Ist der Hallux vererbbar?

Die Veranlagung ja: Bindegewebe und Fussform reisen in der Familie mit. Ob daraus Beschwerden werden, entscheidet aber der Alltag, vor allem das Schuhwerk über die Jahre. Wer die Familiengeschichte kennt, schaut einfach früher hin.

V Sport & Bewegung
V · Sport & Bewegung · Zettel 42

Warum bekomme ich beim Wandern Blasen?

Blasen brauchen zwei Zutaten: Reibung und Feuchtigkeit. Eingelaufene Schuhe, passende Wander- oder zwei dünne Socken übereinander und trockene Füsse nehmen beiden die Kraft. Beim ersten Brennen sofort pflastern, nicht erst auf der Hütte.

V · Sport & Bewegung · Zettel 43

Wie oft muss ich Laufschuhe ersetzen?

Als Faustregel verliert die Dämpfung nach etwa 600 bis 800 Kilometern spürbar an Kraft, je nach Gewicht, Stil und Untergrund. Verlässlicher als jede Zahl ist der Vergleich: Fühlt sich der alte Schuh neben einem neuen müde an, hat er seinen Dienst getan.

V · Sport & Bewegung · Zettel 44

Warum wird mein Zehennagel vom Joggen schwarz?

Der Läufernagel entsteht durch tausendfaches Anstossen an der Schuhfront, darunter sammelt sich ein kleiner Bluterguss. Die Vorbeugung ist simpel: eine Daumenbreite Platz vor dem längsten Zeh und straff gebundene Fersen. Der Fleck selbst wächst über Monate heraus.

V · Sport & Bewegung · Zettel 45

Muskelkater in den Füssen, gibt es das?

Und ob: Rund um die dreissig Muskeln arbeiten in und am Fuss, und nach neuer Belastung, etwa der ersten Barfuss-Woche oder neuen Schuhen, melden sie sich wie jeder andere Muskel. Das ist Training, kein Schaden, und vergeht in Tagen.

V · Sport & Bewegung · Zettel 46

Sind Barfussschuhe sinnvoll?

Sie können Füsse kräftigen, aber nur mit Geduld: Wer von gedämpft auf flach wechselt, verlangt Muskeln und Sehnen Monate der Anpassung ab, sonst tauscht er Komfort gegen Reizung. Langsam einschleichen, auf weichem Boden beginnen, und nicht jeder Fuss muss barfuss laufen.

V · Sport & Bewegung · Zettel 47

Darf ich mit Fusspilz ins Training?

Ja, mit Anstand gegenüber den anderen: eigenes Handtuch, Badeschuhe in Dusche und Garderobe, danach die Zehenzwischenräume gründlich trocknen und die Schuhe lüften. Und die Behandlung beginnen, dann ist das Kapitel bald zu.

V · Sport & Bewegung · Zettel 48

Wie stärke ich mein Fussgewölbe?

Mit kleinen, häufigen Reizen: barfuss auf Naturboden, Zehen spreizen und greifen, ein Tuch mit den Zehen raffen, auf einem Bein stehen beim Zähneputzen. Das Gewölbe ist Muskelwerk, und Muskeln antworten auf Übung, nicht auf gute Vorsätze.

V · Sport & Bewegung · Zettel 49

Umgeknickt, wann darf ich wieder Sport machen?

Erst Pause, Eis, Kompression, Hochlagern, dann in Etappen zurück: schmerzfrei gehen, dann zügig gehen, dann traben. Wer zu früh zurückkehrt, knickt gern erneut um, denn die Stabilität kommt zuletzt. Bleibt das Gelenk wacklig oder dick, gehört es ärztlich angeschaut.

V · Sport & Bewegung · Zettel 50

Velo oder Laufen, was ist besser für die Füsse?

Beides hat Verdienste: Das Velo entlastet Gelenke und trainiert die Waden, das Laufen stärkt Knochen und Sehnen durch den Stoss, den es mitbringt. Die freundlichste Antwort für die Füsse ist die Mischung, ergänzt um ein paar barfusse Minuten.

VI Schuhe & Socken
VI · Schuhe & Socken · Zettel 51

Wann am Tag sollte ich Schuhe kaufen?

Am späteren Nachmittag oder Abend: Über den Tag nimmt das Volumen der Füsse durch Stehen, Wärme und Schwerkraft messbar zu. Wer morgens kauft, kauft für die kleinste Version seiner Füsse, und wundert sich abends.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 52

Wie viel Platz braucht der grosse Zeh im Schuh?

Eine Daumenbreite vor dem längsten Zeh, im Stehen gemessen, denn unter Last wird der Fuss länger. Und der längste Zeh ist nicht bei allen der grosse, auch das prüft man besser als dass man es glaubt.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 53

Sind hohe Absätze wirklich so schlecht?

Als tägliche Uniform ja: Sie verlagern das Gewicht auf den Vorfuss und verkürzen mit den Jahren die Wadenmuskulatur. Als Gast bei besonderen Anlässen sind sie verkraftbar, wenn dazwischen flache Tage liegen. Übrigens waren Absätze zuerst Männersache, die Geschichte dazu hängt in der Zeitgalerie.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 54

Taugen Einlagen aus dem Grossverteiler etwas?

Als Polster für Komfort durchaus, als Korrektur nicht: Sie kennen Ihren Fuss nicht. Wer Schmerzen, Fehlstellungen oder Diabetes mitbringt, braucht eine Lösung nach Mass und zuerst einen Befund, der klärt, was der Fuss überhaupt braucht.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 55

Leder oder Synthetik, was ist besser?

Gutes Leder atmet und formt sich dem Fuss an, braucht aber einen Ruhetag, um Feuchtigkeit abzugeben. Moderne Funktionsmaterialien trocknen schneller und wiegen weniger. Wichtiger als das Material ist die Passform, ein drückender Edelschuh bleibt ein drückender Schuh.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 56

Wie heiss muss ich Socken bei Fusspilz waschen?

Mindestens 60 Grad, darunter überleben Pilzsporen die Wäsche und ziehen einfach wieder ein. Gleiches gilt für Badetücher und Bettsocken, und die Schuhe bekommen ein Desinfektionsspray, sonst beginnt das Spiel von vorn.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 57

Ist barfuss in Sandalen gut für die Füsse?

Im Sommer eine Wohltat mit einer Nebenwirkung: Ohne Socken reibt die Ferse am harten Rand und trocknet aus, so entstehen die klassischen Sommerschrunden. Wer abends eincremt und die Fersenränder pflegt, hat vom Sandalensommer nur das Schöne.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 58

Der neue Schuh drückt, einlaufen oder zurückbringen?

Ein guter Schuh passt vom ersten Tag an fast überall und braucht höchstens an Kanten ein paar Tage Freundschaft. Was am Zehenraum, an der Breite oder unter der Sohle drückt, wird durch Einlaufen nicht besser, sondern nur der Fuss schlechter.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 59

Wann sind Kompressionsstrümpfe sinnvoll?

Bei schweren, abends geschwollenen Beinen, auf langen Flügen und Autofahrten, und immer dann, wenn sie verordnet sind. Entscheidend ist das richtige Anmessen, ein falsch sitzender Strumpf schnürt statt zu stützen. Beim Anziehen hilft Technik, nicht Kraft.

VI · Schuhe & Socken · Zettel 60

Brauche ich wirklich Wechselschuhe?

Ihre Schuhe schon: Leder braucht rund einen Tag, um die Feuchtigkeit eines Tragetags abzugeben. Zwei Paare im Wechsel bleiben darum trockener, riechen weniger und halten doppelt so lange, die Rechnung geht am Ende sogar auf.

VII Alter & Diabetes
VII · Alter & Diabetes · Zettel 61

Warum brauchen Füsse im Alter mehr Aufmerksamkeit?

Die Haut wird dünner und trockener, Nägel wachsen langsamer und dichter, und das Bücken wird beschwerlicher, während die Füsse weiter jeden Tag tragen. Gepflegte Füsse sind im Alter keine Kosmetik, sondern Mobilität und Sturzvorsorge.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 62

Was ist der diabetische Fuss?

Bei Diabetes können Nerven und Durchblutung der Füsse leiden: Man spürt Druckstellen und kleine Wunden später, und sie heilen langsamer. Darum gilt die goldene Regel der täglichen Sichtkontrolle, mit Spiegel oder helfenden Augen, und die regelmässige fachliche Begleitung.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 63

Warum spüre ich meine Füsse weniger als früher?

Nachlassendes Gefühl kann von den Nerven kommen, bei Diabetes, Vitaminmangel oder einfach mit den Jahren. Es ist keine Kleinigkeit, denn was man nicht spürt, verletzt sich leichter. Dieses Symptom gehört ärztlich abgeklärt, und die Füsse gehören derweil unter wachsame Pflege.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 64

Ich nehme Blutverdünner, darf ich zur Fusspflege?

Ja, gerade dann: Selbstversuche mit Schere und Klinge sind unter Blutverdünnung heikler als der Besuch in geschulten Händen. Wichtig ist nur, dass Sie es uns vor der Behandlung sagen, dann arbeiten wir entsprechend behutsam.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 65

Warum schwellen meine Knöchel am Abend?

Nach langem Stehen oder Sitzen sammelt sich Flüssigkeit, das Alter und die Venen tun das Ihre, Hochlagern und Bewegung schaffen Abhilfe. Aufmerken sollte man bei plötzlicher, einseitiger oder schmerzhafter Schwellung, die gehört rasch ärztlich angeschaut.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 66

Was haben Füsse mit Stürzen zu tun?

Viel mehr, als man denkt: Schmerzende Füsse und schiefe Zehen verändern Gleichgewicht und Gang. Eine britische Studie an mittelalterlichen Skeletten zeigte schon für damals, dass Menschen mit Hallux valgus messbar häufiger Knochenbrüche erlitten. Gepflegte Füsse und gute Schuhe sind stille Sturzprophylaxe.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 67

Ich erreiche meine Nägel nicht mehr, was nun?

Dann ist gar nichts verloren, denn genau dafür gibt es dieses Handwerk. Niemand muss sich dafür entschuldigen, dass Hüfte oder Rücken nicht mehr jede Verrenkung mitmachen. Regelmässige Termine halten die Nägel in Form, ganz ohne Akrobatik.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 68

Wie oft sollte man im Alter zur Fusspflege?

Der Rhythmus folgt dem Nagelwachstum von rund einem Millimeter pro Monat: Viele Menschen fahren mit sechs bis acht Wochen gut, manche brauchen es enger, andere weiter. Wir sagen Ihnen nach dem ersten Termin ehrlich, welcher Takt zu Ihren Füssen passt.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 69

Sind kalte Füsse immer harmlos?

Meist ja, Frauen kennen sie öfter, und warme Socken lösen das Alltagsproblem. Ernst wird es, wenn ein Fuss einseitig kalt, blass und womöglich schmerzhaft ist, das kann die Durchblutung sein und gehört zügig ärztlich beurteilt.

VII · Alter & Diabetes · Zettel 70

Darf man mit Diabetes barfuss gehen?

Besser nicht: Wo das Gefühl nachlässt, wird jeder Splitter und jede heisse Platte zur unbemerkten Gefahr. Weiche Hausschuhe oder Strümpfe mit Sohle schützen zuhause, draussen gehören geschlossene, gut sitzende Schuhe an den diabetischen Fuss.

VIII Die Pflege
VIII · Die Pflege · Zettel 71

Wie oft und wie warm darf ein Fussbad sein?

Zwei- bis dreimal die Woche reicht, lauwarm um 36 bis 38 Grad, und fünf bis zehn Minuten genügen, länger weicht die Haut nur unnötig auf. Bei Diabetes zuerst mit dem Thermometer prüfen, nicht mit dem Gefühl, das täuschen kann.

VIII · Die Pflege · Zettel 72

Welche Creme gehört an die Füsse?

Für Sohle und Ferse eine harnstoffhaltige Fusscreme, sie bindet Wasser in der Hornschicht, wo leichte Lotionen längst verdunstet sind. Die goldene Ausnahme: Zwischen den Zehen bleibt es trocken, dort cremt man nicht, sonst füttert man die feuchte Kammer.

VIII · Die Pflege · Zettel 73

Eincremen am Morgen oder am Abend?

Wichtiger als die Uhrzeit ist die Gewohnheit, in Untersuchungen machte der genaue Zeitpunkt kaum einen Unterschied. Der Abend hat trotzdem Charme: Die Creme wirkt ungestört, und die Haut arbeitet nachts ohnehin am eifrigsten.

VIII · Die Pflege · Zettel 74

Bimsstein, Feile oder Hobel?

Bimsstein und feine Feile ja, sanft und nach dem Bad, in kleinen Portionen über Wochen. Der Hornhauthobel gehört nicht in Laienhände: Er nimmt in einer Bewegung mehr, als die Haut verzeihen kann. Und was hartnäckig wiederkehrt, hat eine Ursache, die man klären sollte.

VIII · Die Pflege · Zettel 75

Wie pflege ich die Nagelhaut richtig?

Nicht schneiden: Das Häutchen versiegelt die Nagelwurzel gegen Keime. Nach Bad oder Dusche sanft zurückschieben, ein Tropfen Öl hält es geschmeidig. Eingerissene, gerötete Stellen behandelt man mit Ruhe und Pflege, nicht mit der Schere.

VIII · Die Pflege · Zettel 76

Fussdeo oder Puder, was ist besser?

Beides darf, keines muss: Puder hält die Zwischenräume trocken, Deo bremst die Bakterien, die den Geruch erzeugen. Die eigentliche Arbeit leisten aber Socken aus Naturfasern, Schuhe im Wechsel und trockene Füsse, alles andere ist Begleitmusik.

VIII · Die Pflege · Zettel 77

Was gehört in die Fuss-Hausapotheke?

Blasenpflaster in zwei Grössen, ein Wunddesinfektionsmittel, sterile Kompressen und eine Fixierbinde, Harnstoffcreme, eine feine Feile und ein Zeckenset für die Wandersaison. Damit ist das Meiste versorgt, bis Sie es prüfen lassen können.

VIII · Die Pflege · Zettel 78

Bringen Fusspeelings etwas?

Als Pflegeritual durchaus, die Haut fühlt sich danach glatt an. Nur die Erwartung muss stimmen: Hornhaut, die von Druck erzählt, kommt wieder, solange der Druck bleibt. Ein Peeling ist ein schöner Rahmen, das Bild malt die Entlastung.

VIII · Die Pflege · Zettel 79

Helfen Hausmittel wie Essig oder Melkfett?

Ehrlich gesagt: Melkfett fettet oberflächlich, bindet aber kein Wasser in der Hornschicht, da arbeitet Harnstoff besser. Und Essig gegen Pilz ist schlecht belegt und kostet vor allem eines, nämlich Zeit, in der sich der Befund ausbreitet. Hausmittel dürfen begleiten, ersetzen aber keine Behandlung.

VIII · Die Pflege · Zettel 80

Wie trockne ich Füsse eigentlich richtig ab?

Mit einem eigenen Handtuchzipfel für jeden Zehenzwischenraum, denn genau dort bleibt die Nässe sitzen, die der Fusspilz liebt. Wer gründlich trocknet, betreibt die günstigste Pilzvorsorge der Welt, sie kostet zehn Sekunden.

IX Der Besuch im Haus
IX · Der Besuch im Haus · Zettel 81

Tut eine podologische Behandlung weh?

In der Regel nicht: Hornhaut ist verhorntes, unempfindliches Gewebe, und geschulte Hände dosieren jeden Druck. An empfindlichen Stellen wird besonders behutsam gearbeitet und jeder Schritt angekündigt. Und Sie dürfen jederzeit sagen, wenn etwas unangenehm ist.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 82

Wie lange dauert eine Behandlung?

So lange, wie Ihre Füsse brauchen, nichts muss hetzen: Der Aufwand richtet sich nach dem Befund, von der überschaubaren Nagelpflege bis zur umfassenden Erstbehandlung. Bei der Terminvereinbarung sagen wir Ihnen ehrlich, wie viel Zeit wir für Sie einplanen.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 83

Was kostet eine Behandlung?

Die podologische Komplettbehandlung beginnt bei CHF 130.–, jeden weiteren Ansatz finden Sie transparent in der Preisliste, von der Nagelkorrektur-Spange bis zur Lasertherapie. Keine Überraschungen, das ist Teil der Haltung des Hauses.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 84

Muss ich meine Füsse vor dem Termin herrichten?

Frisch geduscht reicht vollkommen, mehr braucht es nicht, und bitte keine Verlegenheits-Pediküre vorab, der natürliche Zustand zeigt uns am meisten. Es gibt keinen Fuss, der hier fremd wäre, auch nicht der, für den Sie sich vielleicht genieren.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 85

Was soll ich zum ersten Termin mitbringen?

Ihre Fragen, Ihre Alltagsschuhe für einen ehrlichen Blick, und falls vorhanden eine Medikamentenliste, wichtig sind uns vor allem Blutverdünner und ein bestehender Diabetes. Alles Weitere erledigt das Gespräch.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 86

Braucht es einen Termin oder kann ich vorbeikommen?

Am schnellsten geht es mit Termin, telefonisch unter 043 535 44 47 oder über das Kontaktformular, das Haus ist Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr für Sie da. So gehört die Zeit auf dem Stuhl ganz Ihnen.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 87

Behandelt ihr auch gesunde Füsse?

Mit Freude, denn die beste Behandlung ist die, die nicht nötig wird: Pflege, Beratung zu Schuhwerk und sinnvolle Intervalle halten gesunde Füsse gesund. Vorsorge ist das stillste und dankbarste Kapitel dieses Handwerks.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 88

Was unterscheidet Podologie von kosmetischer Fusspflege?

Die kosmetische Fusspflege verschönert den gesunden Fuss. Die Podologie arbeitet medizinisch: mit Befund, sterilen Instrumenten und in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, gerade wenn Vorerkrankungen, Schmerzen oder Veränderungen im Spiel sind.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 89

Ich kann nicht zu euch kommen, gibt es Lösungen?

Fragen Sie uns an: Für Menschen, die das Haus nicht erreichen können, finden wir eine Lösung, vom Fahr- und Abholservice bis zur individuellen Absprache. Kein Fuss soll an der Anreise scheitern.

IX · Der Besuch im Haus · Zettel 90

Kann ich eine Behandlung verschenken?

Sehr gerne, gepflegte Füsse sind ein unterschätztes Geschenk: Im Gutschein-Atelier gestalten Sie in zwei Minuten einen persönlichen Gutschein zum Ausdrucken oder Versenden, mit frei wählbarem Betrag oder einer Behandlung nach Wahl.

X Das Kuriositätenkabinett
X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 91

Wie viele Knochen hat ein Fuss?

Sechsundzwanzig, dazu über dreissig Gelenke und ein Geflecht aus Muskeln, Sehnen und Bändern. Beide Füsse zusammen stellen rund einen Viertel aller Knochen des Körpers, ein Hinweis darauf, wie fein dieses Fundament gebaut ist.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 92

Wie alt ist der älteste Schuh der Welt?

Der älteste bekannte Lederschuh ist rund 5'500 Jahre alt, aus einem Stück Rindsleder, gefunden in einer Höhle in Armenien, etwa Grösse 37. Noch älter sind Sandalen aus Pflanzenfasern mit rund 10'000 Jahren. Die ganze Geschichte hängt in der Zeitgalerie.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 93

Warum sind Füsse so kitzlig?

Die Sohle gehört zu den nervenreichsten Regionen des Körpers, sie meldet jede Berührung ungefiltert, und das Gehirn quittiert die Mischung aus Überraschung und Harmlosigkeit mit Lachen. Interessant ist die Ausnahme: Sich selbst kitzeln funktioniert nicht, das Gehirn kennt den Absender.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 94

Wachsen Füsse ein Leben lang?

Sie wachsen nicht, aber sie verändern sich: Mit den Jahren geben Bänder und Gewölbe etwas nach, der Fuss wird flacher, länger und oft breiter. Viele Menschen brauchen mit siebzig eine andere Grösse als mit dreissig, nur gemerkt haben es die wenigsten.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 95

Wie weit trägt uns ein Leben auf zwei Füssen?

Grob geschätzt 150 bis 200 Millionen Schritte, das entspricht einem mehrfachen Weg um die Erde. Wie weit Ihre Füsse Sie schon getragen haben, rechnet Ihnen die kleine Fussreise auf das Jahr genau vor.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 96

Wozu haben wir überhaupt Zehennägel?

Sie sind das Erbe der Krallen unserer Vorfahren und bis heute nützlich: Der Nagel gibt der Zehenkuppe ein festes Gegenlager, verfeinert das Gefühl beim Abstossen und schützt das empfindliche Endglied. Ein kleines Bauteil mit tragender Rolle.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 97

Warum sind meine Füsse verschieden gross?

Weil kaum ein Körper perfekt symmetrisch ist, bei den meisten Menschen ist ein Fuss etwas länger. Die Regel für den Schuhkauf ist deshalb einfach: Der grössere Fuss entscheidet, der kleinere arrangiert sich.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 98

Stimmt es, dass Absätze für Männer erfunden wurden?

Ja: Der Absatz kam als Reiterabsatz aus Persien und hielt den Fuss im Steigbügel, um 1600 machten ihn europäische Adelsmänner zur Mode, und Ludwig XIV. reservierte die roten Absätze seinem Hof. Erst Jahrzehnte später wurde er Damensache.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 99

Was machen Füsse eigentlich nachts?

Sie arbeiten leise weiter: Die Haut erneuert sich nachts am eifrigsten, die Nägel wachsen still ihren Millimeter im Monat, und warme Füsse helfen sogar beim Einschlafen, weil sie dem Körper das Signal zum Wärmeabgeben geben. Das ganze Nachtprogramm zeigt das Uhrenkabinett.

X · Das Kuriositätenkabinett · Zettel 100

Ist mein Gang wirklich einzigartig?

Ja, das Gangbild ist so individuell wie eine Handschrift: Schrittlänge, Rhythmus, Abrollweg, alles zusammen ergibt ein Muster, an dem Menschen einander von Weitem erkennen. Die ältesten Zeugnisse der Menschheit sind übrigens genau das, Fussspuren in Vulkanasche, seit 3,66 Millionen Jahren.