Warum Hornhaut entsteht
Hornhaut ist kein Fehler des Körpers, sondern seine Antwort auf Druck. Wo eine Stelle am Fuss regelmässig belastet oder gerieben wird, verdickt sich die oberste Hautschicht, um das Gewebe darunter zu schützen. Das ist sinnvoll und gesund, solange es im Rahmen bleibt.
Problematisch wird es, wenn die Schicht zu dick wird. Dann verliert sie ihre Elastizität, wird hart und spröde, und der Schutz kehrt sich um: Die harte Platte gibt den Druck an das Gewebe darunter weiter, statt ihn zu dämpfen. Es entstehen Schmerzen beim Gehen, Risse, und im ungünstigen Fall ein Hühnerauge, das sich als Dorn in die Tiefe bohrt.
Die häufigsten Ursachen: Schuhe, die zu eng, zu weit oder zu flach sind, eine Fehlstellung wie Spreizfuss oder Hallux valgus, trockene Haut, viel Barfussgehen auf harten Böden, und Übergewicht.
Wenn die Ferse reisst
Schrunden, medizinisch Rhagaden, sind Risse in verhornter, ausgetrockneter Haut. Sie entstehen fast immer an der Ferse, wo die Hornschicht am dicksten ist und die Haut beim Abrollen am stärksten gedehnt wird.
Eine Schrunde ist mehr als ein kosmetisches Ärgernis. Sie ist eine offene Wunde. Sie kann bluten, sie kann sich entzünden, und sie ist eine Eintrittspforte für Keime. Bei Diabetes oder einer Durchblutungsstörung ist eine tiefe Schrunde ein ernstzunehmender Befund, der nicht abgewartet werden sollte.
Hobel und Raspel aus der Drogerie tragen zu viel ab und reizen die Haut, die daraufhin noch schneller nachwächst: ein Kreislauf, der die Hornhaut dicker macht statt dünner. Hühneraugenpflaster mit Salicylsäure weichen auch gesunde Haut auf und gehören bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen gar nicht an den Fuss. Und schneiden Sie nie selbst an einer Schrunde: Der Riss geht tiefer, als er aussieht.
Wie wir vorgehen
- Die Ursache suchen. Hornhaut entsteht dort, wo Druck ist. Wir sehen uns an, wo genau sie sitzt, und was das über Ihre Belastung und Ihre Schuhe verrät. Wer nur abträgt, sieht dieselbe Stelle in sechs Wochen wieder.
- Abtragen, nicht abschleifen. Mit Skalpell und Fräse wird die verdickte Schicht kontrolliert abgetragen, bis die Haut darunter wieder weich und elastisch ist. Die schützende Grundschicht bleibt stehen. Das tut nicht weh, Hornhaut ist totes Gewebe.
- Den Dorn auslösen. Sitzt ein Hühnerauge darin, wird der Kern gezielt ausgelöst. Er ist es, der den stechenden Schmerz macht, und er verschwindet nicht durch Schleifen.
- Schrunden versorgen. Die Ränder werden abgetragen, damit der Riss nicht weiter aufreisst, die Wunde gereinigt und bei Bedarf verschlossen und verbunden.
- Druck wegnehmen. Wo eine Fehlstellung die Ursache ist, helfen Druckentlastungen, Polster oder ein Hinweis zum Schuh. Sonst kommt die Hornhaut zurück.
Was Sie zu Hause tun können
Die Behandlung bei uns schafft den Zustand, die tägliche Pflege erhält ihn. Drei Dinge wirken wirklich:
- Harnstoff. Eine Creme mit 10 bis 15 Prozent Urea bindet Feuchtigkeit in der Hornschicht und hält sie geschmeidig. Bei sehr trockenen Fersen auch bis 25 Prozent. Täglich, am besten abends.
- Nicht wässern, sondern fetten. Lange Fussbäder trocknen die Haut aus. Kurz waschen, gut abtrocknen, besonders zwischen den Zehen, und dann eincremen.
- Der Schuh. Genug Platz für die Zehen, eine Sohle, die den Druck verteilt, und bei Fersenschrunden möglichst keine offenen Pantoletten, weil der freie Fersenrand beim Gehen seitlich ausweicht und genau dort reisst.
Wie oft es nötig ist
Bei den meisten Menschen alle sechs bis zehn Wochen. Wer stark verhornte Füsse hat, viel steht oder eine ausgeprägte Fehlstellung, braucht kürzere Abstände. Wer die Pflege zu Hause konsequent macht, längere. Nach der ersten Behandlung sagen wir Ihnen, welcher Rhythmus zu Ihrem Fuss passt, und auf Wunsch erinnern wir Sie rechtzeitig.
Die podologische Komplettbehandlung, die Hornhaut, Hühneraugen, Schrunden und Nägel umfasst, beginnt bei CHF 130.–. Alle Positionen stehen in der Preisliste.
Häufige Fragen
Ist das Abtragen von Hornhaut schmerzhaft?
Nein. Hornhaut besteht aus abgestorbenen Zellen und ist nicht durchblutet, sie zu entfernen tut nicht weh. Empfindlich kann die Stelle darunter sein, besonders wenn ein Hühnerauge oder eine Schrunde vorhanden war. Wir arbeiten dort entsprechend vorsichtig.
Warum kommt die Hornhaut immer wieder?
Weil Hornhaut eine Antwort auf Druck ist. Solange der Druck bleibt, bildet sich die Schutzschicht neu. Deshalb genügt Abtragen allein nicht: Wir suchen die Ursache im Schuh, im Gangbild oder in einer Fehlstellung und nehmen den Druck weg, wo es möglich ist. Dann wächst sie langsamer nach.
Was hilft wirklich gegen rissige Fersen?
Eine Creme mit 10 bis 25 Prozent Harnstoff, täglich aufgetragen, und der Verzicht auf lange Fussbäder, die die Haut zusätzlich austrocknen. Ist der Riss bereits vorhanden, muss die verhornte Kante fachgerecht abgetragen werden, sonst reisst sie beim Abrollen immer wieder auf. Creme allein schliesst eine bestehende Schrunde nicht.
Darf ich Hornhaut selbst mit einem Hobel entfernen?
Davon raten wir ab. Hobel tragen zu viel ab und reizen die Haut, die daraufhin schneller nachwächst. Bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder unter Blutverdünnern kann eine Selbstbehandlung zu einer Wunde führen, die schlecht heilt. Überlassen Sie das Abtragen der Praxis.
Was ist der Unterschied zwischen Hornhaut und Hühnerauge?
Hornhaut ist eine flächige Verdickung. Ein Hühnerauge ist eine punktuelle Verhornung mit einem Kern, der sich kegelförmig in die Tiefe bohrt und auf Nerven drückt. Deshalb der stechende Schmerz bei jedem Schritt. Ein Hühnerauge verschwindet nicht durch Schleifen, sein Kern muss ausgelöst werden.
Bekomme ich in Zürich kurzfristig einen Termin?
Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sind wir am Zeltweg 74 in Zürich-Hottingen für Sie da, mit Terminen vor der Arbeit und nach Feierabend. Dringliche Fälle nehmen wir wann immer möglich kurzfristig an. Rufen Sie an unter 043 535 44 47.