Sechs Werkzeuge, ein Handwerk
Skalpell mit Hohlmeissel-Klinge
Trägt Hornhaut und Schwielen Schicht für Schicht ab, kontrolliert bis auf die gesunde Haut. Die Klinge ist Einmalmaterial: frisch aus der sterilen Verpackung, nach der Behandlung entsorgt. Weil Hornhaut verhorntes, nicht mehr empfindliches Gewebe ist, ist diese Arbeit in der Regel schmerzfrei.
Die Fräse
Ein feinmechanisches Handstück mit Schleifkörpern aus Diamant, Hartmetall oder Keramik: formt verdickte Nägel, glättet Ränder, arbeitet dort, wo die Klinge zu grob wäre. Ein feiner Sprühnebel oder eine Absaugung bindet dabei den Schleifstaub und hält die Stelle kühl.
Eckenzange und Nagelzange
Die schlanke Eckenzange erreicht den Nagelwinkel, ohne die Haut zu berühren, die kräftigere Nagelzange kürzt auch verdickte Nägel mühelos. Zwei Zangen, eine Idee: schneiden, wo geschnitten werden soll, und nirgends sonst.
Sonde und Doppelinstrument
Bevor behandelt wird, wird verstanden: Die feine Sonde erkundet Nagelfalz und Hornhautschichten, hebt, prüft und legt frei, mit Millimetergefühl statt Kraft. Das Doppelinstrument trägt an beiden Enden je ein Werkzeug, der Klassiker der leisen Arbeit.
Die Nagelkorrektur-Spange
Eine hauchdünne Spange aus Federdraht oder Kunststoff, auf den Nagel gesetzt wie eine Zahnspange: Über Wochen hebt sie die eingewachsenen Ränder sanft an und führt den Nagel zurück in seine Bahn, meist ganz ohne Eingriff. Mehr dazu im Lexikon unter Nagelspange.
Klingen, Feilen, Tupfer
Alles, was sich nicht restlos aufbereiten lässt, wird gar nicht erst wiederverwendet: Klingen, Einmalfeilen und Tupfer stammen aus versiegelten Packungen und enden nach einer einzigen Behandlung im Abwurf. Das ist die einfachste Hygieneregel der Welt, und die kompromissloseste.
Nach jeder Behandlung: dieselbe Reise
Sobald Sie den Behandlungsstuhl verlassen, beginnt für jedes wiederverwendbare Instrument ein achtstufiger Weg nach professionellem Hygienestandard. Kein Instrument überspringt eine Station, und kein Instrument berührt einen neuen Fuss, bevor die Reise vollendet ist.
Die Vorreinigung
Direkt nach der Behandlung werden sichtbare Rückstände entfernt, noch bevor etwas antrocknen kann. Die Instrumente wandern gesammelt in die Aufbereitung, getrennt von allem Reinen.
Das Ultraschallbad
In der Ultraschallwanne sprengen Millionen feinster Bläschen Verschmutzungen auch aus Rillen und Gelenken der Instrumente, dort, wo keine Bürste hinkommt.
Die Desinfektion
Ein geprüftes Desinfektionsverfahren macht Bakterien, Pilze und Viren unschädlich. Erst jetzt gilt ein Instrument als sicher für die Hände, die es weiter aufbereiten.
Spülen und Trocknen
Rückstände der Reinigungsmittel werden abgespült, dann wird sorgfältig getrocknet, denn Restfeuchte ist der Feind jeder Sterilisation.
Die Kontrolle
Jedes Instrument wird geprüft: Ist die Schneide makellos, das Gelenk gängig, die Oberfläche unversehrt? Was den Blick nicht besteht, wird ersetzt.
Die Siegelverpackung
Die Instrumente werden einzeln oder als Set in Klarsicht-Beutel eingeschweisst. Das Siegel bleibt geschlossen bis zum Moment der nächsten Behandlung, vor Ihren Augen wird es geöffnet.
Die Dampfsterilisation 134 Grad
Im Autoklav umschliesst gespannter Wasserdampf bei 134 Grad die verpackten Instrumente, das Verfahren, auf das sich auch Chirurgie und Zahnmedizin verlassen. Farbindikatoren auf jeder Verpackung zeigen an, dass der Zyklus vollständig durchlaufen wurde.
Dokumentation und Ruhe
Jede Charge wird festgehalten, dann lagern die versiegelten Instrumente staubgeschützt und trocken, bis ihre nächste Reise beginnt. So verlangt es die gute Praxis der Aufbereitung, und so hält es das Haus.
Drei ehrliche Antworten
«Tut das weh?»
Die Arbeit an Hornhaut und Nagelmaterial ist in der Regel schmerzfrei: Hornhaut ist verhorntes, nicht mehr empfindliches Gewebe, und geschulte Hände dosieren jeden Druck. An empfindlichen Stellen, etwa einem entzündeten Nagelfalz, wird besonders behutsam gearbeitet und jeder Schritt angekündigt. Und Sie dürfen jederzeit sagen, wenn etwas unangenehm ist, das gehört zur Behandlung wie das Licht über dem Stuhl.
«Ist das wirklich hygienisch?»
Sie haben die Reise oben gesehen: Klingen sind Einmalmaterial, alles Wiederverwendbare durchläuft nach jeder Behandlung die achtstufige Aufbereitung bis zur Dampfsterilisation bei 134 Grad. Die Siegelverpackung wird erst vor Ihren Augen geöffnet. Fragen Sie im Haus ruhig danach, wer sorgfältig arbeitet, zeigt es gern.
«Muss ich mich für meine Füsse schämen?»
Nein, und dieser Satz steht hier mit Absicht: Es gibt keinen Fuss, der einer Podologin fremd wäre. Verdickte Nägel, jahrelang Aufgeschobenes, Pilz, Schweiss, all das ist hier kein Anlass für Blicke, sondern der Grund, weshalb es diesen Beruf gibt. Je länger etwas gewartet hat, desto mehr lohnt sich der erste Termin. Wenn Sie unsicher sind, was Ihre Füsse brauchen: Der Fuss-Concierge hört zu, ganz privat auf Ihrem Gerät, und der Majordomus beantwortet jede Frage, die Sie lieber erst der Glocke stellen.