Warum Füsse bei Diabetes mehr Aufmerksamkeit brauchen
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker greift zwei Systeme an, die den Fuss schützen: die Nerven und die Gefässe.
Wenn die Nerven leiden, lässt das Gefühl in den Füssen nach, oft so langsam, dass es kaum auffällt. Ein Steinchen im Schuh wird nicht mehr bemerkt, eine Druckstelle nicht gespürt. Der Warnmelder wird leiser.
Wenn die Gefässe leiden, wird das Gewebe schlechter durchblutet, und was schlechter durchblutet ist, heilt langsamer. Eine kleine Verletzung, die an einem gesunden Fuss in Tagen verschwindet, bleibt länger offen.
Deshalb ist bei Diabetes zweierlei wichtig: dass die Füsse regelmässig und vorsichtig gepflegt werden, und dass jemand sie regelmässig ansieht.
Wir übernehmen die podologische Fusspflege bei Diabetes: Nägel und Hornhaut fachgerecht und besonders zurückhaltend behandeln, Druckstellen erkennen, entlasten, den Verlauf dokumentieren und Sie beraten.
Das diabetische Fusssyndrom behandeln wir nicht. Sobald eine offene Stelle, eine Wunde, eine Entzündung oder eine bereits diagnostizierte Neuropathie mit Komplikationen vorliegt, gehört der Fuss in ärztliche und spezialisierte Betreuung. Das ist keine Zurückhaltung aus Vorsicht, sondern die fachlich richtige Grenze. Wir sagen Ihnen das klar und weisen weiter, statt zu behandeln, was nicht in unsere Hände gehört.
Was eine Behandlung bei uns umfasst
- Zuhören und nachfragen. Seit wann besteht der Diabetes, wie ist er eingestellt, welche Medikamente nehmen Sie, gab es schon einmal eine Wunde am Fuss. Das verändert, wie wir arbeiten.
- Hinsehen, lückenlos. Haut und Nägel, auch zwischen den Zehen und unter den Nagelrändern, dazu Rötungen und Schwielen, die zeigen, wo der Schuh drückt.
- Vorsichtig behandeln. Nägel gerade und nicht zu kurz, Kanten gerundet. Hornhaut wird abgetragen, aber zurückhaltender als bei gesunden Füssen, weil die schützende Schicht hier wichtiger ist. Auf aggressive Mittel wird vollständig verzichtet.
- Druck wegnehmen. Wo eine Fehlstellung oder ein Schuh die Ursache ist, arbeiten wir mit Entlastungen und Polstern und sagen Ihnen, welcher Schuh Ihren Fuss schont.
- Dokumentieren. Jeder Befund wird festgehalten, Termin für Termin, auf Wunsch mit Fotos. So wird eine Veränderung sichtbar, auch eine langsame.
- Weiterweisen, wenn nötig. Findet sich etwas, das über unser Fachgebiet hinausgeht, sagen wir es und melden uns bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nicht beim nächsten Termin, sondern am selben Tag.
Bei Diabetes gehört die Fusspflege nicht in die eigene Hand und nicht in ein Kosmetikstudio. Scheren, Hobel und Hühneraugenpflaster können eine Wunde setzen, die Sie womöglich nicht spüren und die schlecht heilt. Was bei gesunden Füssen harmlos ist, ist hier ein Risiko.
Wann Sie nicht warten sollten
Melden Sie sich in diesen Fällen sofort bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, nicht bei uns:
- eine offene Stelle, die nach zwei Tagen nicht kleiner ist
- eine Rötung, die sich ausbreitet
- ein Fuss, der deutlich wärmer ist als der andere
- eine Schwellung ohne erkennbaren Grund
- ein dunkler Fleck unter der Haut oder dem Nagel
- neu aufgetretenes Kribbeln, Brennen oder Taubheit
Das sind Befunde, die ärztlich abgeklärt gehören. Wenn Sie unsicher sind, ob etwas dazugehört, rufen Sie gerne an unter 043 535 44 47 — wir sagen Ihnen, ob es zu uns passt oder zur Ärztin.
Wie oft ein Termin sinnvoll ist
Bei gut eingestelltem Diabetes ohne Folgeschäden sind vier Wochen ein guter Rhythmus. Wer Fehlstellungen hat, stark verhornt oder viel auf den Beinen ist, kommt besser in kürzeren Abständen. Nach der ersten Behandlung sagen wir Ihnen, welcher Rhythmus zu Ihrem Fuss passt, und auf Wunsch erinnern wir Sie.
Die podologische Komplettbehandlung beginnt bei CHF 130.–. Alle Positionen stehen offen in der Preisliste. Für regelmässige Betreuung gibt es Podologie Care mit festem Intervall.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Grundversicherung deckt die podologische Behandlung in der Regel nicht. Bei diagnostiziertem Diabetes mellitus und ärztlicher Verordnung beteiligen sich viele Zusatzversicherungen ganz oder teilweise. Die Bedingungen unterscheiden sich zwischen den Versicherern deutlich, klären Sie das bitte vorab mit Ihrer Kasse, und lassen Sie sich die Verordnung von Ihrer Ärztin ausstellen. Sie erhalten von uns eine detaillierte Rechnung zum Einreichen.
Für zuweisende Praxen
Wir übernehmen die podologische Fusspflege bei Ihren Patientinnen und Patienten mit Diabetes: atraumatisches Arbeiten, Druckentlastung, engmaschige Kontrolle und Fotodokumentation der Verläufe. Das diabetische Fusssyndrom behandeln wir nicht — dort bleibt die Führung bei Ihnen, und wir melden zurück, was uns auffällt. Was wir dokumentieren und wie die Wege laufen, steht auf der Seite Für Zuweisende.
Häufige Fragen
Behandeln Sie das diabetische Fusssyndrom?
Nein. Das diabetische Fusssyndrom gehört in ärztliche und spezialisierte Betreuung. Wir übernehmen die podologische Fusspflege bei Diabetes: Nägel und Hornhaut vorsichtig behandeln, Druckstellen erkennen und entlasten, den Verlauf dokumentieren. Sobald eine offene Stelle, eine Wunde oder eine Entzündung vorliegt, weisen wir weiter, statt zu behandeln.
Warum darf ich bei Diabetes die Nägel nicht selbst schneiden?
Weil das Gefühl in den Füssen nachlassen kann, ohne dass Sie es bemerken. Eine kleine Verletzung durch Schere oder Zange wird dann nicht gespürt, und bei eingeschränkter Durchblutung heilt sie schlechter. Deshalb gehört die Fusspflege bei Diabetes in fachliche Hände.
Wie oft sollte ich bei Diabetes zur Podologie?
Bei gut eingestelltem Diabetes ohne Folgeschäden meist alle vier Wochen. Bei Fehlstellungen, starker Verhornung oder viel Belastung eher in kürzeren Abständen. Wir legen den Rhythmus nach dem Befund gemeinsam fest.
Zahlt die Krankenkasse die Fusspflege bei Diabetes?
Die Grundversicherung in der Regel nicht. Bei diagnostiziertem Diabetes und ärztlicher Verordnung beteiligen sich viele Zusatzversicherungen. Da sich die Bedingungen stark unterscheiden, klären Sie es bitte vorab mit Ihrer Kasse. Sie erhalten von uns eine detaillierte Rechnung zum Einreichen.
Woran erkenne ich, dass ich sofort zur Ärztin muss?
Bei einer offenen Stelle, die nach zwei Tagen nicht kleiner ist, einer sich ausbreitenden Rötung, einem Fuss, der deutlich wärmer ist als der andere, einer Schwellung ohne Grund, einem dunklen Fleck unter Haut oder Nagel, oder neu aufgetretenem Kribbeln und Taubheit. Das gehört ärztlich abgeklärt. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie an: 043 535 44 47.
Nehmen Sie Zuweisungen von Ärztinnen und Ärzten entgegen?
Ja, für die podologische Fusspflege bei Diabetes: atraumatisches Arbeiten, Druckentlastung, engmaschige Kontrolle und Fotodokumentation der Verläufe. Die Führung beim diabetischen Fusssyndrom bleibt bei der zuweisenden Praxis; wir melden zurück, was uns auffällt.