Kaum eine Körperregion schwitzt so bereitwillig wie die Fusssohle: Sie trägt die höchste Dichte an Schweissdrüsen des ganzen Körpers, eingepackt in Socken und Schuhe, in denen Feuchtigkeit schlecht entweicht. Frischer Schweiss ist dabei praktisch geruchlos. Erst Bakterien, die ihn auf der Hornschicht zersetzen, erzeugen die typischen Geruchsstoffe. Übermässiges Schwitzen (Hyperhidrose) und Geruch (Bromhidrose) sind deshalb zwei verwandte, aber verschiedene Baustellen.
Die Sohle ist ein Griffwerkzeug: Ihre Drüsen befeuchten die Haut seit Urzeiten für besseren Halt, gesteuert nicht nur von Wärme, sondern auch von Anspannung, deshalb schwitzen Füsse auch im Winter und in der Prüfung. Im geschlossenen Schuh entsteht daraus ein feuchtwarmes Klima, in dem Bakterien und Pilze sich wohlfühlen: aufgeweichte, weisslich gequollene Haut zwischen den Zehen ist das erste Warnzeichen.
- Trocknen wie ein Profi: nach dem Duschen die Zehenzwischenräume einzeln abtrocknen, das schlägt jedes Puder
- Rotation: Schuhe nie an zwei Tagen hintereinander, jedes Paar braucht 24 bis 48 Stunden zum Austrocknen
- Material: Leder und atmende Gewebe statt beschichteter Kunststoffe, Socken aus Wolle oder Funktionsfaser, täglich frisch
- Gerbstoff- und Salbeibäder beruhigen die Drüsen; Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid, abends auf die trockene Sohle, gehören zu den wirksamsten Selbsthilfen
- Barfussphasen, wann immer der Alltag sie erlaubt
Bleibt die Sohle trotz allem tropfnass, spricht vieles für eine echte Hyperhidrose. Dann lohnt der ärztliche Weg: Die Leitungswasser-Iontophorese, ein mildes Strombad in regelmässigen Sitzungen, hat bei Fussschweiss eine sehr gute Erfolgsbilanz, in hartnäckigen Fällen kommt Botulinumtoxin infrage. Beides ist bewährt und gut untersucht.
Wir schauen auf das, was der Schweiss anrichtet: aufgeweichte Haut, Fusspilz, Warzenneigung, Geruch, und stellen mit Ihnen ein Pflege- und Schuhprogramm zusammen, das zu Ihrem Alltag passt. Ehrlich gesagt wird dabei auch: Schweissfüsse sind keine Frage der Sauberkeit, sondern der Veranlagung, und sie sind behandelbar.
Die Malariaforschung verdankt dem Schweissfuss eine ihrer schönsten Entdeckungen: Die Anopheles-Mücke fliegt im Labor auf Limburger Käse fast so zuverlässig wie auf getragene Socken, die Bakterien der Käserinde und der Fusshaut sind nahe verwandt. Die Arbeit wurde 2006 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.
Woher kommt der Käsegeruch wirklich?
Sind Schweissfüsse unhygienisch?
Begünstigt Fussschweiss Fusspilz und Warzen?
Helfen Zimtsohlen und Hausmittel?
Beschwerden an Fuss, Haut oder Nagel?
Wir schauen präzise hin: diskret, auf Termin, zwischen Kreuzplatz und Kunsthaus. Anfragen beantworten wir in der Regel innerhalb eines Arbeitstages.