Podologie-Lexikon · Beschwerdebilder

Morton-Neurom

Morton-Metatarsalgie
Fachlich geprüft · Hottinger Podologie, ZürichStand: Juli 2026

Das Morton-Neurom ist eine gutartige Verdickung eines Zwischenzehennervs im Vorfuss, am häufigsten zwischen dem dritten und vierten Mittelfussknochen. Es entsteht, wo der Nerv unter dem Band zwischen den Köpfchen dauerhaft gequetscht und gerieben wird. Typisch sind brennende oder elektrisierende Schmerzen im Ballen, die in die Zehen ausstrahlen, ein taubes Gefühl und der Eindruck, auf einem Steinchen oder einer Falte in der Socke zu gehen.

Tafel · Morton-Neurom © HOTTINGER PODOLOGIE Enge drückt die Köpfchen zusammen, der Nerv gerät in die Zange verdickter Nerv («Neurom») häufigster Ort: zwischen 3. und 4. Strahl Mittelfussknochen mit Köpfchen
Zwischen den Mittelfussköpfchen verläuft ein feiner Nerv. Wird der Vorfuss dauerhaft zusammengedrückt, verdickt er sich zum Neurom, am häufigsten zwischen drittem und viertem Strahl. · Skizze: Hottinger Podologie
Woran Sie es erkennen

Der Schmerz kommt beim Gehen in engen Schuhen, oft wie ein elektrischer Schlag zwischen den Zehen, und lässt fast schlagartig nach, wenn Sie den Schuh ausziehen und den Vorfuss massieren. Genau dieses Muster, Schuh aus, Erleichterung, ist der klassische Hinweis. Dazu können sich benachbarte Zehen taub oder pelzig anfühlen.

Häufige Ursachen & Risiken
  • Schmale, spitz zulaufende Schuhe und höhere Absätze: sie pressen die Köpfchen zusammen und verlagern die Last auf den Vorfuss
  • Spreizfuss: das abgesunkene Quergewölbe bringt die Nervenkanäle in Bedrängnis
  • Belastungsspitzen durch Laufsport oder stehende Berufe
  • Frauen sind deutlich häufiger betroffen, das Schuhwerk erklärt einen guten Teil davon
Was Sie selbst tun können

Der erste Schritt ist der wirksamste: Platz schaffen. Schuhe mit breiter Zehenbox und niedrigem Absatz, dazu Pausen für den Vorfuss. Eine Pelotte, das kleine Polster hinter den Köpfchen, kann das Quergewölbe aufrichten und den Nerv entlasten; sie gehört fachlich angepasst, nicht auf Verdacht gekauft. Zehengymnastik und das Spreizen der Zehen unterstützen die eigene Muskulatur.

Wie es fachlich weitergeht

Bestätigt wird die Diagnose ärztlich, oft mit Ultraschall oder MRT. Die Behandlungsleiter beginnt konservativ mit Schuhumstellung, Einlagen und Entlastung, führt über Infiltrationen und endet in hartnäckigen Fällen bei einem kleinen Eingriff, der den verdickten Nerv befreit oder entfernt. Wir begleiten podologisch: Druckstellen und Schwielen am Vorfuss versorgen, Schuhwerk ehrlich beurteilen, und mit dem Schuh-Berater des Hauses das nächste Paar richtig wählen.

Wussten Sie?

Beschrieben wurde das Leiden 1876 vom Philadelphia-Chirurgen Thomas G. Morton. Seine Patientinnen und Patienten beschrieben damals dasselbe wie heute: das Gefühl, auf einem Kieselstein zu gehen, der nicht da ist.

Häufige Fragen
Ist ein Neurom ein Tumor?
Nein. Der Name führt in die Irre: Es ist kein Geschwulst, sondern bindegewebig verdicktes, chronisch gereiztes Nervengewebe. Gefährlich ist es nicht, nur schmerzhaft.
Warum verschwindet der Schmerz, sobald der Schuh aus ist?
Weil der Druck wegfällt: Ohne die Enge des Schuhs haben die Mittelfussköpfchen wieder Abstand, der Nerv wird nicht mehr gequetscht. Genau deshalb ist die Schuhwahl die halbe Therapie.
Hilft eine Einlage wirklich?
Eine gut angepasste Einlage mit Pelotte kann viel bewirken, weil sie das Quergewölbe stützt und die Köpfchen auseinanderhebt. Entscheidend ist die fachliche Anpassung an Ihren Fuss, eine Einlage von der Stange kann den Druck sogar an die falsche Stelle bringen.
Wann sollte operiert werden?
Erst wenn die konservative Leiter über Monate ausgereizt ist und die Lebensqualität leidet. Der Eingriff ist bewährt und kurz, hinterlässt aber meist ein bleibend taubes Hautareal zwischen den betroffenen Zehen, auch das gehört zur ehrlichen Abwägung.
Verwandte Begriffe
Quellen & Weiterführendes
Hottinger Podologie · Zürich

Beschwerden an Fuss, Haut oder Nagel?

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AW
Angelika WinklbauerPodologie & medizinische Fusspflege
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung.