Füsse sind die Aussenposten des Kreislaufs: Wird es kühl, drosselt der Körper dort zuerst die Durchblutung, um den Kern warm zu halten. Ständig kalte Füsse sind deshalb oft schlicht effiziente Regulation, besonders bei schlanken Menschen und im Sitzen. Aufmerksamkeit verdienen sie, wenn sie einseitig auftreten, schmerzen oder sich Haut und Nägel verändern.
Kälte, enges Schuhwerk, langes Sitzen und wenig Bewegung sind die Klassiker, auch niedriger Blutdruck und Nikotin drosseln die Zirkulation spürbar. Dagegen helfen Bewegung als beste Heizung, Wechselduschen, warme, nicht einengende Socken und Schuhe mit Luftpolster, denn stehende Luft isoliert besser als zusammengedrückte Watte.
Einseitig kalte, blasse Füsse mit Schmerzen beim Gehen sprechen für eine Durchblutungsstörung und gehören fachlich beurteilt. Werden einzelne Zehen anfallsweise weiss, dann blau und rot, ist das das Bild des Raynaud-Phänomens. Auch eine träge Schilddrüse und manche Medikamente machen frostig, und beim Diabetes gilt die Besonderheit, dass sich Füsse kalt anfühlen können, obwohl die Haut warm ist, weil die Nerven falsch melden. Im Winter zeigen sich an dauerkalten Füssen zudem gern Frostbeulen.
Bei Kälte kann der Körper die Durchblutung der Haut an Händen und Füssen auf einen Bruchteil drosseln, umgekehrt öffnet er bei Hitze die Gefässe der Füsse wie Kühlerklappen. Kein anderes Organ wird so dynamisch zu- und abgeschaltet wie die Haut der Extremitäten.
Warum habe ich sogar im Sommer kalte Füsse?
Wann sollte ich kalte Füsse untersuchen lassen?
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