Hühneraugenpflaster tragen Salicylsäure, die den Hornkegel Tag für Tag erweicht. Das klingt bequem, hat aber zwei eingebaute Probleme: Die Säure unterscheidet nicht zwischen Hornhaut und gesunder Nachbarhaut, und selbst wenn der Kegel weicht, bleibt der Druck bestehen, der ihn erzeugt hat. Darum kehrt das Hühnerauge nach dem Pflaster so zuverlässig zurück.
Bei einem kleinen, oberflächlichen Hühnerauge an unkomplizierter Stelle kann ein exakt platziertes Pflaster den Kegel erweichen. In der Praxis verrutscht es aber leicht, die Säure reizt den gesunden Rand, und aufgeweichte Haut wird zur Eintrittspforte für Infektionen. Wichtig ist auch der Blick auf die Diagnose, denn was wie ein Hühnerauge aussieht, ist nicht selten eine Dornwarze, und die gehört ganz anders behandelt. Den Vergleich zeigt unsere Seite Hühnerauge oder Warze?
Podologisch wird das Hühnerauge samt Kern schonend und schmerzarm abgetragen, meist in einer Sitzung, und danach beginnt der eigentliche Teil: Druckentlastung. Polster, individuell gefertigte Zehenorthesen aus der Preisliste und die Schuhberatung nehmen dem Hornkegel seinen Grund. Für Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder dünner Haut sind Säurepflaster generell nicht geeignet, hier gehört jedes Hühnerauge in fachliche Behandlung.
Der lateinische Name des Hühnerauges, Clavus, bedeutet Nagel, und genau so wirkt es auch: Der harte Hornkegel drückt wie ein kleiner Nagel von aussen auf die Druckrezeptoren der Lederhaut, deshalb schmerzt ein Hühnerauge punktgenau.
Warum kommt das Hühnerauge nach dem Pflaster immer wieder?
Für wen sind Hühneraugenpflaster tabu?
Beschwerden an Fuss, Haut oder Nagel?
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