Uhrglasnägel sind in Längs- und Querrichtung stark aufgewölbt und erinnern an ein gewölbtes Uhrglas, oft zusammen mit rundlich verbreiterten Finger- oder Zehenkuppen, den Trommelschlegelfingern. Bestehen sie seit jeher und kommen in der Familie vor, sind sie meist eine harmlose Normvariante. Entwickeln sie sich neu, gilt die einfache Regel: beurteilen lassen.
Der natürliche flache Winkel zwischen Nagelfalz und Nagelplatte verstreicht, die Platte setzt in einem Bogen an und das Nagelbett wirkt weich, fast federnd. Meist sind mehrere Finger oder Zehen beidseits betroffen. Ein bekannter Selbsttest ist das Schamroth-Fenster: Legt man die Endglieder zweier gleicher Finger Rücken an Rücken, zeigt sich normalerweise ein kleines rautenförmiges Lichtfenster zwischen den Nägeln, bei Uhrglasnägeln verschwindet es.
Neu entstandene Uhrglasnägel entstehen über eine veränderte Durchblutung und Gewebeneubildung an den Endgliedern und können mit chronischen Erkrankungen von Lunge, Herz, Leber oder Darm zusammenhängen. Das Zeichen selbst schmerzt nicht und beweist nichts, aber es gehört zeitnah in ärztliche Beurteilung, damit die Ursache gesucht wird. Podologisch passen wir die Nagelpflege der veränderten Form an und achten auf Druckstellen im Schuh.
Das Zeichen ist eine der ältesten Beobachtungen der Medizin: Schon Hippokrates beschrieb die aufgetriebenen Fingerkuppen vor rund 2400 Jahren, weshalb Trommelschlegelfinger im Englischen bis heute auch «Hippocratic fingers» heissen.
Sind Uhrglasnägel immer ein Alarmzeichen?
Was ist der Schamroth-Fenstertest?
Beschwerden an Fuss, Haut oder Nagel?
Wir schauen präzise hin: diskret, auf Termin, zwischen Kreuzplatz und Kunsthaus. Anfragen beantworten wir in der Regel innerhalb eines Arbeitstages.